Bewegungs- und Alltagsgestaltung

Im Generationenhaus stehen die erlebnisorientierten Aktivitäten von Alt und Jung im Zentrum. Das Lebensumfeld wird darauf ausgerichtet. Je sorgfältiger Fähigkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner gesehen und im Sinne der Wiederherstellung, Förderung und Erhaltung gebraucht werden, desto länger bleiben sie bestehen. Deshalb stehen die Kompetenzen und nicht die Defizite im Vordergrund unserer Wahrnehmung. In erster Linie wird der gegenwärtige Lebensalltag mit sinnfüllenden Aufgaben gestaltet. Einen grossen Stellenwert hat bei uns die Gesundheitsförderung. Ursprünglich aus der Sturzprävention entstanden, bieten die vielen Angebote individuelle und ressourcenorientierte Unterstützung an. Wir sorgen dafür, dass die Selbständigkeit/Autonomie wieder hergestellt, erhalten und gefördert wird, um eine grösstmögliche Lebensqualität zu erreichen, die den Alltag erleichtert. Im physischen Bereich stärken wir Wohlbefinden, Stimmungslage, Ausgeglichenheit, Selbstwertgefühl. Im sozialen Bereich fördern wir Kontakte, Kommunikation, Zusammengehörigkeitsgefühl.

„Wir schonen die Senioren und Seniorinnen nicht, wir fordern sie, ohne sie zu überfordern“, sagt Felix Oettli, Leiter des Bewegungstrainings. „Altersbeschwerden haben oft nichts mit dem Alter zu tun, sondern mit Inaktivität“. (Migros Magazin, 27.6.2016)

Physische Defizite wie zum Beispiel nach einem Schlaganfall, betreffen den Menschen als Ganzes, parallel dazu finden psychische und soziale Beeinträchtigungen statt. Der körperlichen Reduktion folgt meist eine Inaktivität, diese kann innerhalb von vier Wochen einen Kraftverlust von 53% bewirken (Lukas Zahner, kräftig altern). Ein schleichender Abbauprozess wird in Gang gesetzt, der primär nichts mehr mit dem normalen Alterungsvorgang zu tun hat, sondern durch Schonung und Passivität verursacht wird. Auswirkungen sind u.a. vermehrte Stürze, Schmerzen, vermehrter Medikamentengebrauch, sozialer Rückzug.

„Wir haben seit der Einführung des Antisturzprogramms vor drei Jahren halb so viele Stürze und brauchen 30 Prozent weniger Medikamente“, sagt Felix Oettli. „Ich war in den letzten zwei, drei Jahren kein einziges Mal beim Arzt“, sagt Bewohnerin Doris Zbinden. (Migros Magazin, 27.6.2016)