Verlauf:

Nach mehrjährigen Analysen und Abklärungen ist der Entscheid gefallen, das Generationenhaus Neubad neu zu erbauen.

Die Analyse- und Strategieabklärungen ergaben, dass das bestehende Gebäude nach über 40 Jahren nicht mehr den Bedürfnissen und den betrieblichen Anforderungen entspricht. Und eine intelligente, bauliche Infrastruktur bildet eine ganz entscheidende Grundlage für den Austausch der Generationen. Sie unterstützt die Begegnungen untereinander, muss aber auch Rückzugsmöglichkeiten für Jung und Alt schaffen. Diese Anforderungen liegen weit höher, als bei herkömmlichen Institutionen.

Die Nutzungsbedürfnisse, räumlichen- und betrieblichen Anforderungen wie auch den städtebaulichen Kriterien entsprach das Siegerprojekt „Aranciata“ vom Büro Ackermann Architekt BSA SIA AG Basel.

Den Neubau in Etappen zu planen ist den Architekten in einem guten Konzept gelungen so, dass der Betrieb während der gesamten Bauzeit am Standort weitergeführt werden kann.

In einem Wettbewerbsverfahren mit 8 eingeladenen Architekturbüros gewann das Projekt den ersten Preis und der Vorstand des Oekumenischen Verein Generationenhaus Neubad entschied das Siegerprojekt umzusetzen und mit dem Büro Ackermann den Neubau zu realisieren.

Das Katharina-Werk überliess dem Generationenhaus Neubad ihr gesamtes Land an der Holeestrasse im Baurecht. Dies ermöglichte dem Generationenhaus ein grösseres Volumen mit neuen Angeboten im Neubau umzusetzen.

Dies zog dann ein Bebauungsplanverfahren nach sich.

Die Baubewilligung erhielten wir im Frühjahr 2020 und im Juli gleichen Jahres konnten wir mit den Bauarbeiten beginnen.

Projektbeschrieb:

Ausgehend von einer sorgfältigen Untersuchung des Grundstücks in Bezug auf seine Lage im Quartier, seine Einbindung im Strassennetz und die Grundstücksform, entwickeln die Verfassenden ihren städtebaulichen Ansatz. Entlang der Holeestrasse macht ein strassenbegleitender, rückenbildender Bau den Anschluss an die viergeschossige Regelbebauung. Nur im Drehpunkt sind es sieben Geschosse, die - gut im Volumen eingebettet - Präsenz markieren. Mit dem langgezogenen Bau und der Platzierung eines grossflächigen Schwerpunktes am Westende des Grundstücks gelingt es, einen zusammenhängen grosszügigen, begrünten Aussenraum gegen Süden aufzuspannen. Dieser Aussenraum übernimmt eine zentrale Schlüsselrolle in der ganzen Konzeption. Die Mehrzahl der Zimmer und die grossen Balkone im Obergeschoss sind auf ihn ausgerichtet. Der Zugang erfolgt direkt ab der Holeestrasse am Empfang und Mehrzweckraum vorbei direkt zum „Dorfplatz“, dem Herzen der Anlage. Sein zentraler Standort mit verschiedenen Sichtbeziehung zum Erschliessungskern, dem Garten und der Orangerie vermittelt gute Übersichtlichkeit. Die zum Garten ausgerichtete Orangerie wurde nicht explizit verlangt, sie ist jedoch für diesen Entwurf von hoher Bedeutung und macht ihn einzigartig. Sie vermittelt zwischen Aussenraum und Haus, macht den Garten auch im Winter und in den Übergangszeiten erlebbar und verbindet sie die angrenzenden Nutzungsgruppen untereinander. Mit grosser Sorgfalt sind auch die Layouts der Pflegeabteilungen und die der beiden Kindertagesstätten aufeinander abgestimmt. Die Pflegeabteilungen sind in alle Richtungen ausgerichtet und radial um den Erschliessungskern organisiert. Die Kindertagestätten teilen dieses Prinzip. So entstehen gezielt gemeinsame Zonen im Innern und auf dem Balkon. Dieses Prinzip trifft das angestrebte Wohnen über die Generationengrenzen im Kern. Die gegliederten Fassaden, die tiefe Balkonschicht zum Garten und die prägnanten Abschlüsse an den Dachrändern geben dem ganzen Haus einen äusserst ansprechenden Ausdruck. Der Gebäudeschwerpunkt im Westen ermöglicht eine Realisierung eines grossen Teils des Raumgramms bereits in einer ersten Etappe. In einem zweiten Schritt wäre sogar der Endausbau bei durchgehendem Betrieb des Generationenhauses möglich. Diese Realisierung in nur zwei Etappen bedeutet nicht nur eine kurze Bauzeit, sie kommt ohne teure Provisorien aus und verspricht daher punkto Kosten äusserst attraktiv zu werden. Beim Projekt Aranciata sind es viele innovative Ansätze, die sich zu einem ausgereiften Projekt verdichten. Angefangen bei einer guten Setzung des Gebäudes, dem grosszügigen Aussenraum, einem geglückten Ausdruck und vor allem einer überzeugenden inneren Organisation, auf deren Basis sich ein Leben in einer Gemeinschaft bestens entwickeln kann.

(aus der Wettbewerbsdokumentation)